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Alkohol

Nachweisverfahren

Alle Drogen oder deren Abbaustoffe werden mit dem Urin ausgeschieden. Mit Suchtests wird der Urin auf ihre Anwesenheit geprüft. Es handelt sich um immunologische Nachweisverfahren. Dabei können in seltenen Fällen falsch positive und falsch negative Resultate auftreten. Deshalb haben diese Nachweisverfahren keinen beweisenden Charakter. Dazu muss der Urin mit einem zweiten, chromatografischen Verfahren untersucht werden. Opiate können mit den Suchtests ebenfalls nicht unterschieden werden. Heroin, Morphin und Codein werden ohne Unterschied erfasst.

Nachweisdauer der verschiedenen Stoffgruppen im Urin

Die Nachweisbarkeit von Drogen im Urin hängt stark von der konsumierten Menge und der getrunkenen Flüssigkeitsmenge ab. Zudem kann die Ausscheidung der Stoffe von Mensch zu Mensch stark variieren. Die Verdünnung des Urins durch Hinzufügen von Wasser oder durch das Trinken grosser Mengen Flüssigkeit wird mittels Kreatinin – Bestimmung festgestellt.

Stoffgruppe Nachweisdauer im Urin Anmerkungen
Alkohol (Ethylglucuronid) 1.5 bis 3 Tage Einmaliger Alkoholkonsum mit 0.2 bis 2 Promille im Blut

Infos Weiterführende Infos:

Abstinenzkontrolle: Ethylglucuronid schließt die diagnostische Lücke

Ethylglucuronid (EtG) stellt einen neuen spezifischen Marker dar; es handelt sich hierbei um einen Phase II - Metabolit des Alkohols (Ethanol), welcher durch hepatische Glucuronidierung gebildet und renal eliminiert wird. EtG kann somit als direkter Nachweis auf vorangegangenen Alkoholkonsum verwendet werden. Da es sich bei der Substanz um ein sehr stabiles Stoffwechselprodukt handelt, konnte Ethylglucuronid außer in Urin bzw. Serum auch in Haaren und post mortem nachgewiesen werden. Ethylglucuronid wird im Gegensatz zum Blutalkohol vom Körper langsamer abgebaut und daher mit zeitlicher Verzögerung über den Urin ausgeschieden. Da Ethylglucuronid eine längere Halbwertszeit (t½ = 2-3h) als Alkohol (25 Minuten) aufweist, konnte bei Patienten mit regelmäßigem Alkoholkonsum eine Kumulation der Substanz im Körper nachgewiesen werden.

Auch bei einmaligem Alkoholkonsum konnte bei Patienten mit 0,2-2,0 0/00 Blutalkoholkonzentration Ethylglucuronid im Urin mindestens 1 ½ Tage (39 Stunden) bis zu 3 Tagen nachgewiesen werden.

Die Bestimmung des Ethylglucuronids schließt somit die diagnostische Lücke zwischen der Alkoholbestimmung (meist vor Ort) und der bisher verwendeten Langzeitmarker CDT (ca. 3 Wochen), der Gammaglutamyltransferase (GGT, 1 Monat) und dem mittleren korpuskulären Erythrozytenvolumen (MCV). Letztere zeigen Alkoholmissbrauch nur indirekt an (ausgenommen CDT), während es sich bei EtG um das direkte Stoffwechselprodukt des Alkohols handelt.

In der Praxis lässt sich EtG bereits nach dem Genuss von 10 Gramm reinen Alkohols (dies entspricht etwa einer halben Flasche Bier) gut nachweisen. Nach erfolgtem Alkoholgenuss werden die maximalen EtG-Konzentrationen erst mit einer zeitlichen Verzögerung von etwa 2 bis 3,5 Stunden in bezug auf das Maximum der Blutalkoholkonzentration gemessen. Im Blut fallen die Alkoholspiegel nach 5-7 Stunden bereits unter die Nachweisgrenze herkömmlicher Tests ab, während die EtG-Konzentration im Serum deutlich später ihr Maximum erreicht.
Im Urin ist eine Nachweisbarkeit von EtG nach exzessivem Alkoholgenuss bis zu 80 Stunden gegeben. Eine Studie befasste sich mit der Aufnahme relativ kleiner Mengen Alkohol, wie dies von Alkoholikern oft während der Entzugstherapie versucht wird. In diesem Experiment konnte gezeigt werden, dass bei einmaligem Konsum von nur 9 Gramm Alkohol Ethylglucuronid noch 19 bis 27 Stunden später im Urin nachweisbar war. Die maximale Konzentration wurde nach 3 bis 10 Stunden erreicht.
Zur standardisierten Auswertung der gemessenen Ethylglucuronid Konzentrationen ist eine Normierung der im Urin bestimmten Ethylglucuronid Werte Kreatinin sinnvoll, da eine vom BMI (body mass index) oder geschlechtsabhängige Korrelation nicht nachgewiesen werden konnte.

Mit der Bestimmung von Ethylglucuronid kann auch eine Alkoholkarenz des Vortages überprüft werden, wenn weder Blut- noch Urinalkohol nachweisbar sind.
Ein Rückschluss auf die aufgenommene Menge Alkohol ist lediglich mittels des im Serum bestimmten Ethylglucuronids über 1,5 mg/l möglich. In diesem Fall hätte eine Messung der Blutalkohol-Menge mindestens 1,6 o/oo ergeben. Eine retrospektive Extrapolation auf die exakte Blutalkoholkonzentration ist über die Ethylglucuronid-Bestimmung nicht möglich. Im Haarschaft konnte Ethylglucuronid ausschließlich bei Personen mit regelmäßigem Alkoholkonsum nachgewiesen werden und ist daher als Screeningmethode für kürzlich vorangegangenen Alkoholkonsum nicht geeignet.
Auf Grund der langen Eliminationszeit von EtG stellt Spontanurin das Probenmaterial der Wahl dar. Die Stabilität von EtG im Urin beträgt bei Raumtemperatur 140 Stunden, daher kann die Spontanurin-Probe ungekühlt an uns verschickt werden.
Neben der Bestimmung von EtG wird die Messung der etablierten Verfahren zum Nachweis eines chronischen Alkoholkonsums (CDT, Leberwerte, MCV) weiter Bestandteil der Diagnostik bleiben.

Material: Mindestens 2 ml Spontanurin, Transport bei Raumtemperatur möglich.

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