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Herpes Simplex Virus

Darum geht es:

Als Herpes simplex Viren werden zwei Virentypen bezeichnet, die sehr weit verbreitet sind. Sie führen zu den im Volksmund so genannten Fieberbläschen. Diese kommen im Mundbereich, speziell im Bereich der Lippen vor (Virustyp 1). Zusätzlich können sie sich aber auch in der Genitalregion festsetzen (Virustyp 2).

Herpes simplex Viren sind lebenslange Begleiter. Das heisst, unser Immunsystem kann sie nicht auslöschen. Stress, Krankheiten und weitere Faktoren können zu einem Aufflammen der Infektion mit Herpes simplex führen.

Was testen wir?

Für den Nachweis der Herpes simplex Viren verwenden wir Abstrichmaterial aus den Fieberbläschen der Lippe oder auch der Genitalregion. Dieses Abstrichmaterial wird über eine Art Wattestäbchen gewonnen – schmerzfrei und ganz einfach. Führt man nämlich ein Wattestäbchen über die Fieberbläschen im Mund- oder Genitalbereich, so bleiben Flüssigkeit, Hautzellen und Viren daran haften. Diese Viren können nach Einschicken des Wattestäbchens im Labor erkannt werden. Damit kann bestätigt werden, dass diese Bläschen Folge einer Herpes simplex Infektion sind.

Wann macht dieser Test Sinn?

Wenn erstmals Bläschen im Sinne von Fieberbläschen in der Mund- oder Genitalregion auftreten, die nässend, juckend und/oder schmerzhaft sind, kann man mit diesem einfachen Test nachweisen, ob es sich um eine Infektion mit dem Herpes simplex Virus handelt. Speziell bei ausgedehnten Befunden oder bei Personen mit eingeschränktem Immunsystem (ältere und sehr junge Personen, kranke Personen, Personen mit geschwächtem Immunsystem) lohnt es sich zu wissen, ob es sich um eine Infektion mit Herpes simplex Viren oder um eine Infektion mit einem anderen Virus handelt.

Wie benützen Sie diesen Test? (zur Anleitung)

Für den Nachweis der Herpes simplex Viren verwenden Sie das beiliegende Teststäbchen. Dieses führen Sie über die Bläschen in Ihrer Mund- oder Genitalregion. Flüssigkeit mit Hautzellen und Viren bleiben dabei am Stäbchen haften. Dieser Vorgang ist schmerzfrei und führt zu keinen Verletzungen. Anschliessend senden Sie uns das Teststäbchen im beiliegenden Originalbehälter zurück. Ein Arztbesuch ist für die Probeentnahme nicht nötig.

Folgen Sie den Anweisungen auf den Bildern (Pictogrammen), welche Ihnen die richtige Probeentnahme zeigen.

Wie und wann erhalten Sie die Resultate?

Spätestens drei Tage nach Eingang des Teststäbchens bei uns im Labor werden wir Sie über die Resultate informieren. Wir schicken Ihnen die Resultate per Email zu (Disclaimer) oder veröffentlichen sie auf unserer Homepage in einem Bereich, den nur Sie lesen können (Link; Disclaimer, Passwort).

Was, wenn die Resultate eine Infektion mit HSV zeigen?

Die meisten Infektionen mit Herpes simplex Viren sind ungefährlich. Die Bläschen heilen gewöhnlich nach rund einer Woche ab – auch ohne Behandlung. Wenn es sich bei dieser Infektion um eine Infektion mit Herpes simplex Viren handelt, so können Sie in der Apotheke eine Salbe erhalten, welche Sie solange auftragen können, wie Sie Bläschen in der Mund- oder Genitalregion haben. Diese Salbe können Sie zusätzlich bei einem späteren neuerlichen Ausbruch der Infektion möglichst früh wieder einsetzen.

Ist der Bläschenbefund bei Ihnen sehr gross, mit Fieber verbunden oder schmerzhaft, dann sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Der bereits vorliegende Laborbefund hilft Ihrem Arzt, schnell die richtige Diagnose zu stellen.

Was, wenn die Resultate zeigen, dass Sie nicht mit HSV infiziert sind?

Viele andere Erkrankungen können zu Fieberbläschenartigen Veränderungen im Mund- und Genitalbereich führen. Am häufigsten handelt es sich um das Varizella-Zoster Virus (VZV), der Erreger der Windpocken und der Gürtelrose. Wir können aus der gleichen Probe dieses Virus auch nachweisen und die Diagnose so stellen. Wir benötigen dazu aber Ihren Auftrag. Wenn es sich nicht um einen den beiden Erreger handelt, sollten sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Weisen Sie ihn darauf hin, dass es sich nicht um eine Infektion mit HSV oder VZV handelt.

Infos Weiterführende Infos:

Einmal und immer wieder

Gewöhnlich kann unser Immunsystem einen krankmachenden Eindringling bekämpfen und auslöschen. Wir gelten nach einer solchen Attacke als immun gegen diesen Eindringling. Will er wieder kommen, so wird er schnell erkannt und schneller noch als beim ersten Kontakt mit uns ausgelöscht.

Beim Herpes simplex Virus und beim Varizella-Zoster Virus verhält es sich anders.

Hier gelingt es unserem Immunsystem nie, dieses Virus vollständig zu eliminieren. Warum?

HSV und VZV verstecken sich in Nervensträngen, welche die Zellen unseres Immunsystems nicht erreichen können. Das Virus versteckt sich also erfolgreich.

Und wenn unser Immunsystem geschwächt ist, dann breiten sich die Viren wieder aus und führen zu schmerzhaften Fieberbläschen oder zur Gürtelrose.

Selbst starke Sonneneinstrahlung und Stress bei der Arbeit können zu einem Wiederaufflammen der Infektion mit Herpes simplex führen.

Vorkommen

Jene Herpes simplex Viren, welche vor allem die Lippen befallen (HSV Typ 1), sind weit verbreitet. Rund 90 % der Bevölkerung tragen die Viren in sich. Viele aber haben nur ausgesprochen selten mit Fieberbläschen zu kämpfen. Gewöhnlich erfolgt die Infektion mit diesen Viren im Kindesalter (3 – 5 Jahre), wenn sich die Kinder an Gläsern oder mit den Händen Flüssigkeit, die Viren enthält, zum Mund führen.

Der Herpes simplex Typ, der vor allem die Genitalregion befällt (HSV Typ 2), ist weniger stark verbreitet. Er wird durch Geschlechtsverkehr übertragen und tritt damit frühestens im jungen Erwachsenenalter auf.

Mit dem Varizella-Zoster Virus verhält es sich ähnlich. Die Infektion erfolgt bemerkt (Windpocken) oder unbemerkt im Kindesalter. Über 95 auf 100 Erwachsene tragen das Virus in sich, bei einigen kommt es als Gürtelrose im Erwachsenenalter wieder zum Vorschein.

Folgeerkrankungen

Zumeist ist eine Infektion mit Herpes simplex Viren unangenehm, aber ungefährlich. Die Fieberbläschen heilen nach einer Woche ohne Narbenbildung ab. Leider sind aber auch bei den Herpes-Viren Komplikationen möglich. Speziell die Infektion bei Neugeborenen und bei Personen mit geschwächtem Immunsystem (bspw. AIDS-Kranke), wie auch die Beteiligung des Auges, sind gefürchtet und bedürfen dringlich fachärztlicher Behandlung.

Therapie

Die Fieberbläschen und die Symptome klingen nach einer Woche zumeist folgenlos ab. Weil Viren im Unterschied zu Bakterien viel schwieriger zu behandeln sind, ist die Zahl an wirksamen Behandlungsmöglichkeiten beschränkt. Für eher kleinere Befunde gibt es gut wirkende Salben. Bei grösseren Befunden oder bei Komplikationen müssen virenhemmende Tabletten eingenommen werden.

Wie testen wir im Labor?

Im Labor wird für den Nachweis von HSV und VZV die hochempfindliche und hochspezifische Polymerase-Kettenreaktion (PCR) verwendet:

Sie haben weitere Fragen?

Hier geht es zur Beratung und hier zu den FAQ.

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