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Humanes Papillomavirus (HPV)

Darum geht es:

Als Papillomaviren werden über 70 verschiedene Viren bezeichnet. Sie alle sind verantwortlich für die Ausbildung von Warzen. Seien es Warzen an den Händen oder speziell auch im Bereich der Geschlechtsorgane – Papillomaviren tragen die Verantwortung dafür.

Warzen sind Wucherungen: Hautzellen haben sich unter dem Einfluss dieser Papillomaviren massiv vermehrt. In den meisten Fällen sind diese Wucherungen ungefährlich. Leider aber können einige Arten der Papillomaviren zu bösartigen Tumoren (bspw. Gebärmutterhals-Krebs und Peniskrebs) führen. Inzwischen weiss man, welche Virentypen gefährlich und welche ungefährlich sind. So können nun Frauen und Männer untersucht werden, ob sie die gefährlichen Virentypen in sich tragen und ausgeprägter untersucht werden müssen oder ob sie frei von gefährlichen Papillomaviren sind.

Was testen wir?

Für den Nachweis dieser Papillomaviren verwenden wir Abstrichmaterial aus der Vagina oder von der Penisspitze. Dieses wird über eine Art Wattestäbchen gewonnen – schmerzfrei und ganz einfach. Führt man nämlich ein Wattestäbchen über die Schleimhaut der Vagina oder der Penisspitze, bleiben einige Viren daran haften. Dies reicht aus, um mit unseren hochempfindlichen Techniken die Viren im Labor zuverlässig nachzuweisen.

Wer sollte sich testen lassen?

Bemerken Männer an Ihrer Penisspitze (Glans) warzenähnliche Wucherungen, bzw. bemerken Frauen in ihrem Genitalbereich warzenähnliche Neubildungen, so kann mit diesem Test untersucht werden, ob es sich um Wucherungen einer gefährlichen Papillomavirus-Art handelt.

Auch Frauen ohne Krankheitszeichen können sich testen lassen, weil der häufige Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) praktisch nur bei vorbestehender Infektion durch HPV entsteht. Die Untersuchung ist eine Ergänzung der Krebsvorsorge durch den Hausarzt oder Frauenarzt.

Wie benützen Sie diesen Test? (Anleitung zur Anleitung)

Für den Nachweis der Papillomaviren verwenden Sie ein Teststäbchen. Dieses führen Sie über ihre Penisspitze oder über die Schleimhaut ihrer Vagina oder über Hautstellen, die von Warzen befallen sind. Schleimhaut-Zellen bleiben dabei am Stäbchen haften. Dieser Vorgang ist schmerzfrei und führt zu keinen Verletzungen. Anschliessend senden Sie uns das Teststäbchen im beiliegenden Originalbehälter zurück. Ein Arztbesuch ist für die Probeentnahme nicht nötig.

Folgen Sie den Anweisungen auf den Bildern (Pictogrammen), welche Ihnen die richtige Probeentnahme zeigen.

Wie und wann erhalten Sie die Resultate?

Spätestens fünf Tage nach Eingang des Teststäbchens bei uns im Labor können Sie die Resultate von unserer Homepage abrufen.

Liegt eine Infektion mit einem Papillomatyp vor, der als gefährlich gilt, so sollten Sie mit Ihrem Hausarzt oder einem Gynäkologen oder Urologen einen Termin vereinbaren. Eine Infektion mit einem gefährlichen Typ des Humanen Papillomavirus verlangt, dass die Situation fachärztlich beurteilt wird.

Was, wenn die Resultate eine Infektion mit HPV zeigen?

Die meisten Infektionen mit Papillomaviren sind ungefährlich. Und sie sind zumeist für den Patienten nicht spürbar. Liegt aber eine Infektion mit einem als gefährlich eingestuften Papillomavirus-Typ vor, so ist die fachärztliche Beurteilung bei einem Gynäkologen oder Urologen nötig.

In bis zu 30 % heilen Warzen im Genitalbereich ab, ohne dass eine Behandlung durchgeführt wurde.

Vergrössern sich Warzen, stören Sie sich an den Warzen oder heilen die Warzen auch nach einigen Wochen nicht ab, so ist es empfohlen, dem Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen die Situation zu schildern.

Was, wenn die Resultate zeigen, dass Sie nicht mit HPV infiziert sind?

Sollten die warzenähnlichen Wucherungen nicht innert kurzer Zeit wieder verschwinden, so empfiehlt es sich, dass Sie den Befund Ihrem Hausarzt zeigen.

Wenn es sich um eine Krebsvorsorge handelt, brauchen Sie bei negativem Befund den nächsten Krebsabstrich nicht vor Ablauf von 5 Jahren durchführen zu lassen, da Sie nicht infiziert sind. Die Krebsentstehung nimmt über 10 Jahre in Anspruch.

Infos Weiterführende Infos:

Unterstützende Faktoren

Es hat sich gezeigt, dass rund ein Drittel aller Genitalwarzen mit der Zeit wieder verschwinden. Ob und wie lange eine Infektion mit den Papillomaviren zu Warzen führt, kann durch den Lebenswandel beeinflusst werden. Wichtigster Faktor ist die Zahl wechselnder Geschlechtspartner. Je grösser die Zahl an Partnern für den Sexualverkehr ist, um so grösser ist die Zahl an Infektionen mit Warzenbildungen. Darüber hinaus haben auch das Rauchen von Zigaretten und von Joints wie auch der Konsum von Kokain eine unterstützende Wirkung für die Papillomaviren. Schliesslich sind Infektionen mit Papillomaviren häufig verbunden mit sexuellen Infektionen anderer Art (Herpes genitalis, Syphilis und auch AIDS).

Vorkommen

Weil die meisten Personen, die das Humane Papillomavirus in sich tragen, nichts davon spüren, sind mehrheitlich nur Schätzungen über die Verbreitung unter der Bevölkerung verfügbar. Die Deutsche Gesellschaft für sexuell übertragbare Erkrankungen schätzt, dass einer von hundert sexuell aktiven Personen (zwischen 15 und 45 Jahren) Warzen als Folge einer Infektion mit Papillomaviren aufweist. Bei weiteren vier von hundert Personen können Papillomaviren nachgewiesen werden, die noch nicht zu einer von Auge feststellbaren Warze geführt haben. Weitere 10 von hundert Personen tragen Papillomaviren in sich, die zum aktuellen Zeitpunkt „schlafen“ und noch nicht aktiv sind.

Prüft man, wer über Antikörper gegen Papillomaviren verfügt (was beweist, dass es früher zu einer Papillomavirus-Infektion gekommen ist, die abgeklungen ist oder noch anhält), so wird man bei 60 % der Bevölkerung fündig.

Folgeerkrankungen

Die meisten Warzenbildungen sind ungefährlich. 30 % davon heilen ohne Therapie ab. Bisweilen können diese Papillomaviren zu Juckreiz, Brennen und leichten Blutungen führen.

Viel häufiger aber sind Schwierigkeiten psychischer Art. Die Patienten fühlen sich schlecht und getrauen sich nicht, ihre Situation mit einem Arzt zu besprechen. Ängste, Schuldgefühle und sexuelle Störungen können folgen.

Leider können Papillomaviren auch zu bösartigen Tumoren führen. Hierbei die häufigsten: Gebärmutterhals-Krebs und Vaginalkrebs bei den Frauen sowie Peniskrebs bei den Männern.

Gute Vorsorgeuntersuchungen haben einen direkten Einfluss auf die Entwicklung dieser Krankheitsbilder. Werden die bösartigen Warzen früh genug erkannt und behandelt, so kann der Patient geheilt werden.

Therapie

Es gibt verschiedene Verfahren, die je nach Art und Schwere der Infektion zum Einsatz gelangen. Warzen und maligne Wucherungen werden chirurgisch entfernt. Unter Umständen können einfache ungefährliche Warzen auch mit Vereisung, mit Strom oder mit Salben entfernt werden. Die Erfolgswerte der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten sind sehr unterschiedlich. Ihr Facharzt kann Sie kompetent darüber ins Bild setzen.

Wie testen wir im Labor?

Im Labor weisen wir Humane Papillomviren mit Hilfe der hochempfindlichen Polymerase-Kettenreaktion (PCR) nach.

Literaturhinweise

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